3883 Die RSS Dragon auf
ihrem Weg durchs Sonsyst

Lebersys

Der Stoffwechsel von Raumschiffen und Orstas

Die von den Hiseqfachkräften gewarteten Lebenserhaltungssysteme und die Hüllen der Raumschiffe und Orstas sorgen dafür, daß sich Menschen überhaupt im Sonsyst aufhalten können.
Während in den Anfangstagen der Systrav einige Stahl- und Holzschichten als ausreichender Schutz für die Raumfahrer angesehen wurde, haben sich die Raumschiff- und Orsta-Hüllen durch die Hiseq-Forschung heutzutage zu hochtechnisierten Apparaturen entwickelt, zu Kombinationen aus klassischer Isolierungsschicht und Elementen der Wärme- oder Energieerzeugung.
Mittels Lichtspeicherzellen an der Hüllenoberfläche und Leitungssystemen innerhalb der Hüllen kann die Sonnenenergie entweder direkt zur Heißwasserbereitung oder mittels Photovoltaik als Stromquelle genutzt werden. Stahl und moderne Kunststoffe sorgen gemeinsam mit den Heißwasseradern für eine effektive Isolierung. Das Heißwassersystem ist in der Regel auch mit dem Oxydriv verbunden und dient daneben als Vorratsspeicher für den Bedarf im Sanitärbereich.

Auch im Bereich der Lebenserhaltungssysteme sind vergleichbare Fortschritte gemacht worden.
Das Kernstück des fast wie der Stoffwechsel eines Organismus funktionierende Stoffkreislaufes innerhalb eines geschlossenen Systems im All ist der Feuchtabfallsammelbehälter, kurz Fabsab genannt. Nahezu alle Leitungen führen hier zusammen. Der Behälter selbst dient dazu, organische Abfälle und Schmutzwasser zu sammeln. Das im Fabsab entstehende Biogas dient zum Betreiben einer Gasturbine, die für die Stromversorgung des Fabsab selbst und - je nach Größe des Systems unter Umständen durch einen angeschlossenen Wärmetauscher - auch zur Versorgung der Beleuchtungskörper, Heizmodule und als Zündfunke eines Oxydrivs dient. Die von der Gasturbine direkt betriebenen Ventilatoren sorgen zudem für die Luftzirkulation. Im Bedarfsfalle können sogar die Steuerungsdüsen eines Raumschiffes an die Gaszufuhr angeschlossen werden. Der direkte Gebrauch des Biogases als Brennstoff ist durch die beschränkten Luftreserven an Bord eines Raumschiffes oder einer Orsta leider nicht möglich, in planetaren Kolonien werden jedoch entsprechende Testreihen durchgeführt.
Der Inhalt des Fabsab schließlich ist hochwertiger organischer Dünger, ein auf Orstas und in den Kolonien hochbegehrter Rohstoff.

Neben den Wasser- und Energieleitungen sind die Gasleitungen der Luftversorgung und des Oxydriv schließlich das dritte Element der Lebenserhaltungssysteme.
Die fortlaufende Aufrechterhaltung des Normaldrucks wird durch die an Bord befindlichen Luft-Drucktanks gesichert. Der an das Luftleitungssystem angeschlossene zweite Rotor der Gasturbine des Fabsab gewährleistet die stete Umwälzung und Erneuerung. Daneben wird, durch entsprechende Meßapparaturen gesteuert, im Bedarfsfalle die Brauchluft automatisch mit Sauerstoff aus dem entsprechenden Oxydriv-Gastank angereichert.
Die Gasleitungen von den Reingas-Drucktanks zum Oxydriv schließlich führen Wasserstoff und Sauerstoff von den Druckbehältern zur Brennkammer, von wo das aus der Verbrennungsreaktion entstehende Wasser in das Wasserleitungssystem sickert und den Kreis schließt.

Paola Niedermann von Ruschel
Vorsitzende des Prüfungsausschusses Sanitätseinrichtungen
an der Hiseq-Akademie zu Hannover


© Bettina Lege 2006 / 2014, eMail schreiben,
letzte Änderung am 24.04.2006.