300 Die RSS Dragon auf
ihrem Weg durchs Sonsyst

Instability

von Bettina Lege

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Wie jeden Freitag Nachmittag war die Wartehalle überfüllt: Arbeiter, die am Wochenende ihre Familie besuchten, Ausflügler mit Kindern und Eltern, alle möglichen Durchreisenden, die noch letzte Einkäufe erledigt hatten und sich nun auf den Weg nach Hause machten. Aber es war nicht nur voll, es war auch laut. Das Gekreische unzufriedener Kinder mischte sich mit den überlauten Durchsagen von Verspätungen und Umleitungen und mit dem Dröhnen der auf Hochtouren laufenden Belüftungsanlage, die trotzdem nicht für frische Luft sorgen konnte. Ab und zu leuchteten an den altmodischen Anzeigetafeln weitere Flüge auf, eine weitere Verspätung, eine Suchmeldung.

Leuvenhook grüßte einen Offizier und ging weiter auf und ab. Die Dragon befand sich seit gut zwei Stunden im Orbit um Luna, aber noch immer war das Shuttle nicht heruntergekommen.

Drei Schiffe mit dem Ziel Terra (London, Moscow und Singapoore) wurden aufgerufen, die Reisenden strömten zu den Flextus, die sich wie riesige Plasticschlangen über die kahle Mondlandschaft wanden, vom Terminal zu den Shuttles der Liner.

Fast eine ganze Wand der Halle wurde von einer riesigen Werbung für Harmonizer eingenommen. 'Music total', hieß es dort, 'tragable, nutzable, new Harmonizer', und auf einem kleinen gelben Feld in einer Ecke: 'Warning, Actung! Ocspannung! Nict feuctig macen! Kurzsclus moeglic!'.

"Reisende zum Mars zur Kontrolle bereit macht!" donnerte eine verzerrte Stimme aus den Lautsprechern, wieder erhoben sich Wartende, aber immer wieder strömten neue hinzu, die Halle leerte sich nie.

Das mit den Marsianern war auch so eine Sache. Seit sie Terra den Krieg erklärt hatten und um ihre 'Unabhängigkeit' kämpften, kam die Dragon kaum mehr zur Ruhe. Normalerweise war ein Kurierschiff für den Transport von Diplomatenpost innerhalb des Sonsyst zuständig, seit nunmehr fast drei Jahren wurde auf der Dragon jedoch fast alles transportiert, vom Nachschub für die Front bis zu zahlungskräftigen Terranern, die ihre Ferienhäuser auf dem Mars einer nach dem anderen verließen. Diesmal war es eine Ladung Platin, Platin von Terranischen Banken, die damit die Marsianische Regierung bestechen wollten, um sich auf diese Weise auch weiterhin einen guten Platz im Marsianischen Finanzleben zu sichern.

"Herr, wollen sie?" fragte ein buckeliger Mann mit Bauchladen und reichte Leuvenhook eine blaue Pappschachtel. "ZPT", sagte er gewichtig. "Neuheit, Herr", versicherte er. "Zaene putzen leict gemact' stand darauf. 'Neweit, keine Buerste, kein Waser, Zaene Putz Tabs' und, wie nicht anderes zu erwarten, in einer Ecke, auf gelbem Feld: 'Warning, Actung! Erstickung moeglic!'. Leuvenhook lehnte ab. Das Gesetz über Informative Werbung konnte kaum den Warenumsatz steigern, ging ihm durch den Kopf.

Ein rotes Schild leuchtete auf. 'Dragon, Militaer und Personal only'. Das gelbe Blinklicht, das einen daran erinnern sollte, im Flextu seine Atemmaske zu tragen, war defekt, das Schild abgeschraubt, aber weit und breit war kein damit beschäftigter Arbeiter zu sehen.

Auf dieses rote Signal hatte Leuvenhook die ganze Zeit ungeduldig gewartet. Wahrscheinlich war erst jetzt einer der vom Linienverkehr überlasteten Flextus freigeworden. Leuvenhook setzte seine Atemmaske auf, überprüfte das Mischungsverhältnis von CO2 und O2 und ging schnell durch den Flextu, das Päckchen mit Diplomatenpost unter den Arm geklemmt.

Am anderen Ende mußte er vor der Schleuse des Shuttles einige Minuten warten, aber die gewölbten Plasticwände des Flextus waren ihm lieber als die überfüllte Wartehalle. Schließlich öffnete sich die Schleusentür mit einem asthmatischen Zischen und schloß sich hinter Leuvenhook wieder. Abwesend starrte er auf die obszönen Zeichnungen an den grauen Metallwänden, mit denen andere müßig Wartende sich hier verewigt hatten. 'Scheißuniversum' stand zudem in einer Ecke, 'Terry go home' in einer anderen, zwar mit grauer Farbe von einem Ordnungshüter übermalt, aber im Seitenlicht der Schleusenbeleuchtung klar zu lesen. Und da war noch ein kleines grünes Männchen, über das schon lange keiner mehr an Bord der Dragon lachen konnte, nachdem die Marisaner der Dragon das halbe Heck weggepustet hatten. Knapp die Hälfte der Besatzung hatten sie dabei verloren.

Eine Schleusentür öffnete sich, aber auf der falschen Seite, zum Flextu hin. Eine Zivilistin stieg ein. "Sinclair", stellte sie sich knapp vor, mit einem starken venusischen Akzent. Mit einer genau bemessenen Handbewegung strich sie ihr kurzes, blau gefärbtes Haar zurück und sah Leuvenhook fragend an.

Leuvenhook nahm das Paket in die Linke und streckte der Frau die rechte Hand hin. "CPO Leuvenhook, Verbindungsoffizier der Dragon, Kurierschiff in Diensten seiner Majestät."

Die Frau lächelte schwach. "Auch Venus gehört die Empire", sagte sie leise, als wäre es ein persönlicher Witz zwischen ihr und einem Fleck in der Luft, einige Zentimeter über Leuvenhooks Kopf.

"Darf ich fragen", begann Leuvenhook vorsichtig.

"Was ich bin? Beauftragte von unser Regierung ich bin, wegen Instability of Space."

"Was für eine Instability?" fragte Leuvenhook, mehr um höflich zu sein, denn aus echtem Interesse. Sehnsüchtig wartete er darauf, das sich die richtige Seite der Schleuse öffnete.

Die Frau rückte die Gurte ihrer Gasflaschen zurecht, man sah, daß sie es nicht gewohnt war. "Instability zwischen Mars und Terra, ist gefährlich. Drei Schiffe mit Marsianischem bis jetzt verschwunden. Wissen Bermuda? Auf Terra? Wie da, nur nicht Dreieck, ist Pyramide. Schlecht für Krieg, wenn Schiffe verschwinden, nicht?" Die Frau grinste und wider Willen wurde Leuvenhook davon angesteckt. Dann dachte er an die Kamera in der Decke und zog seine Mundwinkel schnell wieder herunter.

Endlich öffnete sich die Shuttleseite der Schleuse, der Druckabfall war sehr plötzlich, wie immer, aber Leuvenhook war es gewohnt. Die Frau schwankte einen Moment.

"Kommen sie." Leuvenhook bot der Frau seinen Arm, aber sie ignorierte es.

Das Shuttle war klein, sehr viel kleiner als die gewöhnliche Shuttles der Kurierschiffe und auch wesentlich schäbiger als alle anderen, denn eigentlich war es ein kleines Rettungsboot und schon vor dem Schuß der Marsianer schrottreif gewesen, wie die Dragon selbst.

"Was ist mit dieser Instability? Erforschen sie sie vom Mars aus?" erkundigte Leuvenhook sich, als sie sich nebeneinander anschnallten. Der Pilot wandte keinen Blick von seinen Instrumenten, also klopfte Leuvenhook ihm auf die Schulter, um anzuzeigen, daß sie bereit waren.

Die Antwort der Frau wurde vom Donnern der Startraketen übertönt, aber dann wiederholte sie: "Nicht von Mars, von das Schiff, wie heißt, Dragon?"

Leuvenhook nickte verblüfft. "Aber dieses altersschwache..."

"Nichts schade um", sagte die Frau sachlich und Leuvenhook mußte dieses Argument anerkennen.

"Und was wollen sie machen?" fragten Leuvenhook nach einer Weile wieder. Die Frau hatte auf einen der Bildschirme geschaut, um den Flug mitzuerleben. Wahrscheinlich war der Flug von der Venus nach Luna ihr erster außerhalb des Simulators gewesen.

"Sie sagen?" fragte sie abwesend und Leuvenhook wiederholte seine Frage.

"Oh, fliegen in Instability, so lange bis passiert irgendwas", antwortete die Frau beiläufig.

"Aber was ist mit dem... der Post?" berichtigte Leuvenhook sich gerade noch rechtzeitig. Von dem Platin durfte er offiziell gar nichts wissen.

"Post unwichtig, genau wie Schiff. Kann neuen Brief schreiben, neuen Schiff bauen, besser." Die Frau kramte eine Zigarette aus der Brusttasche ihres Overalls, aber Leuvenhook zeigte stumm auf eines der mahnenden gelben Schildchen: 'Kein Rauc, wenig Luft!'. Die Frau steckte ihre Zigarette mißmutig weg.

*

Als Leuvenhook die Post verstaute, mußte er sich eingestehen, daß ihn die Vorstellung, in eine Instability zu fliegen, doch mehr beunruhigte, als er zuerst gedacht hatte. Was mochte aus ihnen werden? Es gab zahllose Theorien und Atomisierung schien noch das Angenehmste zu sein.

Sinclair, die gleich vom Kapitän in Empfang genommen worden war, erzählte ihm vermutlich gerade, was sie tatsächlich vorhatte. Es mußte doch mehr sein, als einfach nur hin und her zu fliegen, bis die Instability die Dragon einfing.

Auf dem Schichtplan der Funkkabine entdeckte Leuvenhook, daß er in einer halben Stunde Dienstbeginn hatte, bis sechs Uhr Schiffszeit. Innerhalb der letzten drei Monate war sein Zeitplan fünf mal völlig umgestellt worden und Leuvenhook hatte gute Lust, bei der Gewerkschaft eine Eingabe zu machen. Zumindest hatte er noch Zeit, sich eine Viertelstunde aufs Ohr zu legen.

An der Tür hielt ihn der Cheffunker auf. "Hast du die gseh?" fragte er. Zweifellos meinte er Sinclair.

"Sie ist mit mir gekommen", erwiderte Leuvenhook ruhig.

"Has du die ghör?"

Leuvenhook nickte nur und der Cheffunker klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter, das äußerste Zeichen von Vertraulichkeit, das sich der Mann, der wegen 'Unzucht mit einem Feind' aus dem Frontdienst entlassen worden war, gestattete. "Wi seh us ine besr Wet", sagte er noch und verschwand den Gang hinunter.

*

Während Leuvenhook seinen äußerst langweiligen Job als Hilfsfunker am Langstreckenfunk in der 'Postbox' versah, ließ er in der Regel das Radio laufen. Meistens brachten sie Music, sehr selten auch einige Nachrichten, zumeist Frontberichte. An diesem Tag wirkte die Music teilweise etwas fremdartig, aber Leuvenhook glaubte sich zu erinnern, daß der Sender eine 'Asteroidische Woche' angekündigt hatte. Vermutlich handelte es sich um Stücke dortiger Komponisten. Daß etwas nicht stimmte, merkte Leuvenhook erst, als statt der üblichen Informativen Werbung ein kurzer Pfeifton erklang und eine angenehme Stimme verkündete: "Der vor einigen Stunden von Tassai eingefangene Komet befindet sich noch immer in seiner Umlaufbahn. Bitte achten sie darauf, wenn sie dieses Gebiet durchfliegen."

Da Leuvenhook noch niemals etwas von einem Himmelskörper namens Tassai im Sonsyst gehört hatte, setzte er sich mit der Brücke in Verbindung. "Wir sind instabil", war die Antwort. Inzwischen ging das ungewöhnliche Radioprogramm weiter. Es war etwas schlecht justiert, aber da Leuvenhook fürchtete, den Sender nicht wiederzufinden, wenn er das Radio einmal verstellte, nahm er die Qualitätsminderung in Kauf.

"Und nun zu den Nachrichten.

Ein erneutes Zusammentreffen bezüglich des Streites um die Verlegung des Militärhafens und der Schiffswerft von Koron nach Be-Tsai blieb bis jetzt erfolglos. Ein Sprecher Korons verlangte durchgreifende Maßnahmen vom Rat, um Koron 3 entlasten zu können, der kaiserliche Abgesandte Be-Tsais protestierte entschieden und es kam zu Handgreiflichkeiten. Die Verhandlungen wurden unterbrochen und sollen nächste Woche wieder aufgenommen werden. Beobachter sind sich jedoch einig, daß auch in den nächsten Monaten kein Fortschritt der Verhandlungen zu erwarten ist. Wir sprachen mit einem Vertreter Korons."

Zwei andere Stimmen ertönten: "Frau Ninouis, wie beurteilen sie die derzeitigen Positionen?"

"Zuerst einmal muß ich sagen, daß es nicht nur ein Streit um Koron 3 ist, sondern das essentielle Interesse aller Bürger Korons, den Militärhafen zu verlegen. Wir wollen Ruhe und einen sauberen Planeten, der nicht im Kriegsfall 'zufällig' getroffen wird, wenn man den Militärhafen zerstört."

"Wie sie das darstellen, scheint mir das doch etwas..."

"Nein, nein. Denken sie doch an Ceris. Was ist denn dort passiert? Und das wollen wir auf Koron nicht. Be-Tsai hat genügend Platz für einen Hafen und dann würden die endlich einmal etwas Positives für den Rat..."

"Aber Be-Tsai hat sich doch für die Aerocar-Produktion des Rates beworben."

"Ha! Und der Markt des Rates wird mit minderwertigen Produkten überschwemmt. Es muß..."

"Wir sprachen auch mit einem Vertreter Be-Tsais", schaltete sich die erste Stimme wieder ein.

"Herr Hoshi, was sagen sie zum momentanen Verhältnis zwischen Be-Tsai und Koron? Wie schätzen sie die derzeitige Situa..."

"Grundsätzlich muß doch einmal festgestellt werden, daß Be-Tsai und sein Trabant ursprünglich unter der Bedingung 'Waffensperrzone' in den Rat aufgenommen worden sind. Den Militärhafen nach Be-Tsai verlegen zu wollen ist einfach absurd. Es gibt genügend Planeten, die sich wesentlich besser eignen würden."

"Können sie sich vorstellen, warum Koron dann so auf die Verlegung nach Be-Tsai besteht?"

"Es ist das krankhafte Verlangen, uns einmal zu schlagen, wenn nicht in der Arena, im sportlichen Wettkampf, so doch auf dem politischen und wirtschaftlichen Schlachtfeld."

"Ich danke ihnen für dieses Gespräch."

"Und nun die weiteren Nachrichten im Überblick:

Koron: Auf Koron 1 kam es heute Mittag zu heftigen Straßenschlachten, als Be-Tsai'sche Studenten ein militärisches Versuchsgelände in Universitätsnähe stürmten und zum großen Teil demontierten, ehe die Sicherheitskräfte eingreifen konnten. Davon betroffen war auch eines der Versuchslaborien, in denen neue Schiffscomputer entwickelt werden.

Astralia: Nach langwierigen Verhandlungen wurde endlich die Studienreform, die die Reformistische Partei seit dreiundsiebzig Jahren verlangt, durchgesetzt. Vom nächstem Jahr an können auch Nichttelepathen ein Medizinstudium in Astralia absolvieren, ihr Examen wird jedoch nicht auf 'Heiler', sondern auf 'Heilkundiger' lauten.

Nikos: In Nikos wurde heute der neue Kalender festlich eröffnet. Zu den geladenen Gästen gehörten, neben vielen anderen Prominenten, auch der König von Melenath mit seiner Familie und seine Kanzlerin Cimthaia, der vor drei Tagen der Titel 'Wichtigste Göttin in der Politik' verliehen wurde.

Tarasil: Denas gesamte Mannschaft blieb am heutigen Tag den Spielen demonstrativ fern, nachdem ein Teammitglied des Dopings verdächtigt wurde. Wie sich inzwischen herausstellte, lag kein Fall von Doping vor, denn der unter Drogen stehende Denasier gehörte nicht zu den Teilnehmern.

Beim letzten Spiel des Tages, zwischen der Mannschaftselite von Pairi-Daeza und der Schiffsmannschaft 'Superba' siegte überraschend die Schiffsmannschaft mit neunundzwanzig Punkten Vorsprung. Auf die Frage, wie es sich denn gegen einen radioaktiven Gegner spiele, meinte der superbische Champion: 'Man braucht halt einen guten Arzt'.

Um alle anderen Schiffsmannschaften bei ebenso guter Laune zu halten, jetzt wieder ein bißchen Musik."

Leuvenhook hatte so gespannt auf das Radio gelauscht, daß er gar nicht gemerkt hatte, daß der Kapitän und Sinclair eingetreten waren.

"Durch die Pyramide von Luna, so habe ich genannt", erklärte die Frau Leuvenhook. "Wir sind in anderer Universum. Von Brücke kann man Sterne sehen, plötzlich ganz anders und dann sie rufen Brücke. Seltsame Nachrichten."

"Nid tod", sagte jemand erleichtert und erst jetzt merkte Leuvenhook, daß auch der Cheffunker in der schon fast überfüllten 'Postbox' stand.

"Warum sterben?" fragte Sinclair ihn erstaunt. "Vielleicht Kontakt aufnehmen zu diese, he?" fragte sie mit einem Kopfnicken zum Radio.

"Identifizieren sie sich", klang es plötzlich aus Leuvenhooks Kopfhörern, die neben dem dudelnden Radio lagen. Leuvenhook warf dem Kapitän einen kurzen fragenden Blick zu, dann setzte er den Kopfhörer auf, rückte das Micro zurecht und antwortete: "Hier ist das königliche Kurierschiff Dragon mit Diplomatenpost zum Mars."

Am anderen Ende herrschte für eine Weile Schweigen. Der Kapitän drehte das Radio leise und schaltete Leuvenhooks Kopfhörer auf Lautsprecher.

"Sie kommen von der Erde?" fragte die andere Seite schließlich.

"Meinen Terra", erklärte Sinclair unaufgefordert.

"Nicht direkt", antwortete Leuvenhook. "Von Luna Port auf Luna."

"Wie lange sind sie schon unterwegs?"

Leuvenhook warf einen Blick auf die Kabinenuhr. "Seit etwa zwei Stunden. Weshalb?"

"Na, wenn die Dragon von einer C-7-Welt stammt... schick sie zurück", sagte auf der anderen Seite eine abfällige Stimme im Hintergrund, aber in der kleinen Funkkabine konnte sie jeder hören. Der Kapitän legte einen Schalter am Lastrefu um und griff nach dem zweiten Micro. "Hier spricht der Kapitän der Dragon", sagte er bedächtig. "Was meinen sie mit einer C-7-Welt?"

Vom anderen Ende war gedämpftes Gemurmel zu hören, jemand mußte dort das Micro zuhalten, dann plötzlich: "So, jetzt haltet euch gut fest, ihr seid nämlich voll im Transmitterstrahl. Tschüß!"

Am anderen Ende war nun nur noch Rauschen zu hören und aus dem Radio klangen, zwar leise aber eindeutig, die Takte eines sehr bekannten, absolut terranischen Schlagers.

"Uns nicht einmal zu antworten", sagte der Kapitän noch langsamer als sonst und er schien aufs tiefste gekränkt. Er nickte allen zu und verließ die Funkkabine, der Cheffunker folgte ihm. Nur Sinclair blieb zurück.

"Was halten sie davon?" wollte Leuvenhook von ihr wissen.

Die Frau zuckte mit den Schultern und strich sich die kurzen, blau gefärbten Haare aus dem blassen Gesicht. "Was soll man halten? Hochtechnisiert aber offenbar genug Probleme bei die, als daß noch unsere aufladen wollen. Für Kontaktaufnahme nicht Entgegenkommende."

"Nein", stimmte Leuvenhook ihr zu und war froh, daß sie die Instability hinter sich hatten.

* * *


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letzte Änderung am 15.06.2011.