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- Tarib - Die ReiterDarashy | Mehaly | Sertany | Tashrany | Temhaly | Yoshany
Die taribischen Stämme
Die Tarib waren ursprünglich ausschließlich in streng hierarchisch geordneten Stämmen organisiert.
Die Stammesangehörigen unterstanden ihrem jeweiligen Fürsten, der die absolute Befehlsgewalt über seinen Stamm hatte und dessen oberster Richter war, seine Macht im Idealfall aber in der Form von väterlicher Fürsorge und im Einvernehmen mit dem Rat der Weisen und Ältesten ausübte.
Dieser Rat setzte sich zusammen aus den Ältesten der einzelnen Familien des Stammes - die innerhalb ihrer eigenen Familie gewissermaßen Fürstenrang hatten - und denjenigen Individuen, die nach einhelliger Meinung (der Ältesten) als besonders fromm und weise galten. Während nur ein Mann die Position eines Ältesten einnehmen konnte, konnten besonders belesene und fromme, für ihre besonnenen Ratschläge - oder für einen hohen Anteil an 'unirdischem Blut' - bekannte Frauen ebenfalls als Weiser (dieses Wort gibt es im Taribit nur in einer geschlechtsneutralen Form) einen Platz im Rat erhalten. Die Aufnahme in den Rat war von der Einstimmigkeit der vorhandenen Ratsmitglieder und der Zustimmung des Fürsten abhängig.
Die Position des Fürsten war erblich, ging jedoch nicht zwingend vom Vater auf einen Sohn über. Jeder männliche Angehörige der Fürstenfamilie konnte eine vakante Fürstenposition einnehmen, wenn ihn der Rat der Weisen und Ältesten dazu auswählte.
Verstöße gegen die Stammesgesetze wurden durch Züchtigung oder Verstoßung geahndet, die 'Schriften' gaben durch die Beispiele in den enthaltenen Erzählungen die passenden Strafen vor. Die genaue Justierung der Strafen bedurfte oft der Schriftauslegung, meist wurden die Weisen und Ältesten mit dieser Aufgabe betraut, gelegentlich auch einzelne, als sehr belesen geltende Individuen.
Verstoßene Stammesmitglieder durften ihren Stammesnamen nicht mehr tragen und galten als Urnasim (𐼴𐼰𐽀𐼻𐼰𐼿𐽆𐼺, 'Stammeslose / Kein Stamm').
Auch Priester ließen die Stammesgemeinschaft zeremoniell zugunsten ihrer Zugehörigkeit zum irdischen Gefolge ihrer Gottheit hinter sich. Mit Beginn ihrer Ausbildung unterstanden sie dem Willen des Fürstenrang einnehmenden Anführers der Priestergemeinschaft im gewählten Heiligtum, ihre Loyalität gehörte nur noch dem Gott und der vorstehenden Priesterschaft. Wenn sie nach einer Ausbildung in einem der Heiligtümer als Seelsorger und Schriftgelehrte zu ihrem - oder einem anderen - Stamm zurückkehren, gehörten sie rechtlich nicht mehr zu den Stämmen und der Anführer der jeweiligen Priesterschaft blieb für sie die oberste Autorität.
Aus diesem Grund wurde ihnen unparteiischer - und damit besonders wertvoller - Ratschlag unterstellt und die Fürsten banden sie als Weise in den Stammesrat und damit auch in die Stammesgemeinschaft ein.
Trotz der nomadischen Herkunft der Tarib haben sie seit etwa 2.000 Jahren eine sich entwickelnde Siedlungskultur.
Schon früh errichteten die Tarib an geographisch auffälligen Punkten Heiligtümer für die von allen dreißig Stämmen gleichermaßen verehrten drei Gottheiten Orem, Tyrima und Ama. In diesen Tempeln konnten Bittsteller dem jeweiligen Gott Opfergaben für den an diesem Platz passenden Zweck darbringen, später wurden an diesen Orten auch Priester und Priesterinnen ausgebildet, die für eine formgerechte Darbringung der Opfergaben sorgten.
So entstanden die ersten Versammlungsorte, die zunächst nicht viel mehr waren als große, für die Herden der dort einmal jährlich rastenden Stämme eingehegte Flächen, vergleichbar mit modernen Festplätzen.
Sprachlich sind die Versammlungsorte und ihr Zweck noch zu fassen in 'Hannai' (𐼶𐼰𐼻𐼻𐼰𐼽 ,'Versammlungsort der Han / der Fürsten'), sowie 'Taribai' (𐽂𐼰𐽀𐽆𐼱𐼰𐼽 'Versammlungsort der Tarib', bis in die Gegenwart ein wichtiger Handelsplatz für Tee, der in alter Zeit nur in den dort auslaufenden Taribischen Bergen wuchs), zwei Orte, die alle Stämme jährlich aufsuchten.
Erst im Laufe der Zeit siedelten sich an diesen regelmäßig frequentierten Orten Händler und Handwerker an, bis sich dort viel später die ersten taribischen Städte entwickelten.
Die Alltag in Städten und Zelten zeigt aber, daß es auch nach 2.000 Jahren in den Städten und in den Zelten noch viele Gemeinsamkeiten gibt. Drei typische Elemente sollen hier erwähnt werden:
- Da sind zum einen die Teppiche mit geometrischen Mustern, die in den Zelten der Stämme nahezu das ganze Mobiliar darstellen. Auch Tarib in Häusern schätzen die langflorigen Woll-Teppiche, als Bedeckung der Matratze eines städtischen Bettes, als Tür-Ersatz und auf dem Fußboden.
- Zum zweiten wird unter fast jedem Zelt- und Hausdach das 'Bohnenspiel' gespielt. Das Go-artige Strategiespiel, das vermutlich in Harna erfunden wurde, wird zumeist mit getrockneten Bohnenkernen in zwei Farben auf bemalten Stoff-Spielplänen gespielt - auch wenn es natürlich auch vornehme Ausfertigungen mit Bohnen aus Halbedelsteinen und hölzernen Spielbrettern gibt.
- Und da ist zum dritten natürlich der Tee. Selbst für die Menschen, die sich nur selten Tee leisten können, ist es erstrebenswert, bei wichtigen Gelegenheiten Tee anbieten zu können, so daß praktisch in jedem Haushalt die notwendigen Utensilien, eine Kanne und mindestens zwei henkellosen Tassen aus Keramik, vorhanden sind. Und bei allen halbwegs traditionsbewußten Tarib erhält der Gast drei Füllungen seiner Tasse: zur Begrüßung, zur Besiegelung der Freundschaft und des friedlichen Umgangs miteinander.
Das Siedlungsgebiet der Tarib
Der taribische Siedlungsraum, Ausschnitt aus der Karte der Oikumene,
© Bettina Lege 2024.
Die Nordstädte
Die wichtigsten der taribischen Städte, die seit dem Taribischen Reich unter der Bezeichnung 'Nordstädte' zusammengefaßt werden, sind Letran und Tetraos entlang des Amaar, Taribai, Nemis und Hannai am Sheyshen sowie die weit im Osten liegende taribische Gründung Berresh an der Mündung des Barbesh.
Ebenfalls groß und wichtig ist die weit südlich am Fuße des Drachenrückens nahe dem Heiligtum Harna gelegene Oase Menrish. Obwohl sie nicht einmal befestigt ist, wird sie oft ebenfalls zu den Nordstädten gerechnet. Daneben gibt es in der Nähe größerer Siedlungen und entlang der Taribischen Straße zahlreiche Dörfer, zudem entlang der Karawanenstraßen neben Menrish eine Reihe weiterer bewohnter Oasen, von denen manche so groß wie kleine Städte sind.
Das für die frühen Tarib so kostbare, weil nicht überall verfügbare, Wasser steht in den an großen Flüssen liegenden Städten geradezu im Überfluß zur Verfügung: an jeder Wegkreuzung findet sich eine offentliche Entnahmestelle aus dem Wasserleitungssystem, oft in der Form von zumeist überdachten Laufbrunnen mit großen Becken, auf den Plätzen auch gelegentlich umgeben von Bäumen, die den ersehnten Schatten spenden, zahlreiche Badehäuser mit mehreren Wasserbecken verschiedener Temperaturen sind über die ganze Stadt verteilt und die Häuser der Leute, die es sich leisten können, werden über die Wasserleitungen sogar direkt versorgt. Die einfachen städtischen Häuser verfügen in der Regel über einen Innenhof mit einem Brunnen und reicher Begrünung oder einen Nutzgarten, der direkt von der Küche aus erreichbar ist. Damit diese Gärten auch beim Wachstum der Familien erhalten bleiben, werden Häuser in den Städten gewöhnlich in die Höhe erweitert.
Dieser geradezu märchenhaft wirkende Reichtum an Wasser führt in vielen großen Städten zur Zuwanderung einfacher Bauernfamilien vom Land, insbesondere aus den fortschreitend versteppenden Gebieten südlich des Sheyshen. Im Gegensatz zur geradezu familiären Verbundenheit in Stamm und Dorf ist man in der Stadt ganz auf sich und sein eigenes Geschick - und auf das Vermögen, sich seinen Unterhalt zu verdienen - angewiesen, wenn man nicht das Glück hat, in einem kulturell homogenen Stadtteil 'dazuzugehören' und von der dort lebenden Gemeinschaft aufgenommen zu werden.
Dadurch ist in diesen Städten die Armut und Obdachlosigkeit ein allgegenwärtiges Übel, das von den städischen Wachen nach Möglichkeit in einen heruntergekommenen Außenbezirk verschoben wird, damit der Adel nicht durch den unschönen Anblick verhungernder Menschen belästigt wird, denn nur wenige der die Schriften lesenden Adligen sehen die dort geforderte Fürsorgepflicht als ihre persönliche Verpflichtung an. Allenfalls im Rahmen von großen Festen bedenkt mal der eine oder der andere Stadtherrscher oder reiche Adlige nicht nur die Bürger sondern alle Menschen innerhalb der Stadtmauern mit Geschenken, aber dauerhafte offizielle karitative Lösungen gibt es für gewöhnlich nicht.
Für junge, leistungsfähige Männer besteht in den Städten immer die Möglichkeit, sich für das Heer dieser Stadt zu verpflichen und so den von Geld abhängigen Lebensunterhalt zu verdienen, Frauen und Kindern bleibt oft nur der Weg in die Prostitution, wenn sie nicht über anderweitig einzusetzende Talente verfügen.
Taribai
Taribai (𐽂𐼰𐽀𐽆𐼱𐼰𐼽 'Versammlungsort der Tarib') ist der älteste bekannte Handelsplatz der Tarib und verfügte bereits vor dem Bundesschluß über eine befestigte Siedlung, die von dem auch in den Schriften erwähnten Held Utar gegründet wurde. Nachdem dieser nahe dem Platz, an dem er später die Stadt gegründete, einen Drachen erschlagen hatte, machte dessen vergossenes Blut den Boden überaus fruchtbar. Am Rand dieser ausgedehnten, fruchtbaren Ebene, die später als die Grasberge bezeichnet wurden, liegt Taribai zwischen Amaar und seinem Nebenfluß Sheyshen, die sich ein Stück weiter nördlich voneinander trennen, und damit praktisch am Fuß des dort auslaufenden Östlichen Gebirgszuges der Wolkenberge, die an dieser Stelle die Taribische Berge genannt werden und ein Stück weiter westlich als Graue Berge bekannt sind.
Utar wird - trotz zahlreicher lokaler Erzählungen - in keinen Zusammenhang mit den sich über der Stadt erhebenden Teegärten in den Taribischen Bergen gebracht, auch wenn in den Schriften Taribai und Tee praktisch immer in einem Atemzug genannt werden. Sicher ist, daß Taribai mit dem Teehandel reich wurde.
Regiert wird Taribai von einem Rat, der sich aus Abgeordneten der adligen Familien zusammensetzt, unter der Führung des sogenannten Ersten Ratsherrn, der alle zwei Jahre durch Los aus allen Ratsmitgliedern bestimmt wird.
Hannai
Die Stadt Hannai (𐼶𐼰𐼻𐼻𐼰𐼽 ,'Versammlungsort der Han / der Fürsten') ist auf dem zweiten der beiden ältesten, befestigten Plätze im Gebiet der taribischen Stämme entstanden, auf einer Erhebung in der östlichsten Schleife des als Nebenfluß des Amaar von Norden kommenden Sheyshen, der ein Stück östlich davon in das Kreismeer mündet.
Die Erhebung galt den Stämmen der Tarib bereits vor dem Bundesschluß als Nabel der Welt und eng mit den Götter verbunden, so daß hier die jährlichen Treffen aller Fürsten der Stämme stattfanden. Spätestens seit dem Jahr 27 des Bundesschlusses wurde bei den mehrtägigen Treffen jeweils ein Fürst der Fürsten gewählt, der den Treffen dann auf dem 'Goldenen Nabelstein' vorsaß, einem gold verzierten, oben zu einer Halbkugel abgerundeten Stein von etwa einem Fuß Höhe. In dem genannten Jahr wurde der Stein in dem gerade fertiggestellten, auf dem südlichen Teil der Erhebung eigens dafür errichteten Schatzhaus nahe der Tempel der Tyrima und Orems untergebracht.
Es liegt nahe, daß im Jahre 1213 des Bundes, als in Hannai Priester aus Harna und Abgesandte der dreißig Stämme die Schriften in ihrer kanonisierten Form zusammenstellten, bereits eine ausgedehntere Infrastruktur an diesem Ort vorhanden war, zumindest gab es zu diesem Zeitpunkt bereits den 'Hafen nahe Hannai' am östlichen Ende der Schleife des Sheyshen, nur wenig entfernt von seiner Mündung, denn von dort wurden die in Hannai angefertigten Schriften in der ganzen Oikumene verbreitet. Inzwischen liegt der Hafen direkt außerhalb der Stadtmauer.
Aus den in Harna gehüteten Herrscherlisten geht hervor, daß der 'von den Göttern gesegnete König von Hannai' im Jahre 1284 des Bundes den 'Goldenen Thron' für sich und seine Nachkommen beanspruchte, ebenso wie das inzwischen ausgebaute und mit einer ebenfalls vergoldeten Kuppel in der Form des Steins versehene Schatzhaus als Teil seines Königspalastes.
In der Gegenwart steht ein goldbeschlagener, hölzerner Stuhl über dem Nabelstein, der immer noch als eines der wichtigsten Attribute der Herrschaft des Königs von Hannai gilt. Auch wenn es inzwischen eine Reihe von Dynastiewechseln in Hannai gab, wird es nach wie vor von einem König regiert und galt die meiste Zeit der Geschichte als die wichtigste Stadt der Tarib.
Hannai hat sich, durch seine Position nahe des nördlichen Endes der Karawanenstraßen, auf denen die Handelsgüter aus der Steppe und den noch weiter südlich liegenden Gebieten der Sa'atik in die Nordstädte gelangen, schon früh auf den Handel mit Weihrauch spezialisiert, zudem wird in der Stadt selbst und im Umland entlang des Sheyshen sehr hochwertiges Schreibmaterial aus Papyrus hergestellt.
Da von einigen Herrschern und Adligen außerhalb der Stadtmauern große, mit dem Wasser des Sheyshen bewässerte Parks für die Jagd angelegt wurden, gilt Hannai und sein Umland als überaus fruchtbar und die Stadt, mit der weit sichtbaren vergoldeten Kuppel, als 'Die Goldene'.
Letran
Letran (𐼹𐼳𐽂𐽎𐽀𐼰𐼻, 'verheißungsvolles Fohlen' im Dialekt der Yoshany) ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine Gründung des Stammes der Yoshany, der mit seinen Pferdeherden bereits vor dem Bund regelmäßig die weite, fruchtbare Ebene zwischen dem Westlichen und dem Östlichen Gebirgszugs der Wolkenberge durchstreifte, durch die der in den taribischen Wolkenbergen entspringende Amaar, das Geschenk der Ama, fließt, bis er sich nach Westen wendet und in einem breiten, fruchtbaren Delta ins Westmeer mündet. Diese Ebene am Fuße der taribischen Wolkenberge wird in vielen kanonischen Geschichten der Schriften die 'Letranische Ebene' genannt, was nahelegt, daß zumindest eine kleine Siedlung mit diesem Namen am Fuße der Wolkenberge bereits existierte. Die erste ausdrückliche schriftliche Erwähnung der Stadt Letran, ihres Rates und seiner kenntnisreichen Pferdehirten stammt aus dem Jahre 958 des Bundes.
Mit dem Bau der Taribischen Straße seit den 2560er Jahren des Bundes wurden das taribische Letran im Westen und das awranische Irim im Osten über den sich nach Süden erstreckenden Östlichen Gebirgszug der Wolkenberge hinweg miteinander verbunden. Der dafür notwendige Ausbau eines bereits existierenden Passes mit zahlreichen Arbeitern von der taribischen Seite aus, sorgte für ein kräftiges Wachstum von Letran.
Als nach dem Untergang des Taribischen Reiches die zentral verwaltete Bewachung der Straßen unterblieb, fielen einige der von Dürre und damit Hunger heimgesuchten Irimar in das fruchtbare Gebiet der Letrani ein, überfielen die unbefestigten Dörfer an den unteren Hängen der Wolkenberge und setzten sich als Räuber in ihnen fest. Da es über mehrere Jahre in Folge immer wieder Wellen von aggressiven Flüchtlingen aus dem Gebiet der Awrani gab, griffen die Letrani zur Selbsthilfe und begannen, durch die Rekrutierung von Hilfstruppen ihre gepanzerte Kavallerie auszubauen, die bald im ganzen Amaar-Tal die Ordnung wieder herstellte und bewahrte und damit den politischen Einfluß des zuvor ausschließlich auf sich selbst konzentrieren Letrans vergrößerte. Um die Reiter zentral auszubilden, die danach an verschiedenen Standorten am Amaar stationiert ihren Dienst machen, wurden seit dem Jahr 3159 des Bundes außerhalb der Stadtmauer Kasernen erbaut.
Letrans Reichtum sind seine Pferde, die überall in der Oikumene gepriesen werden, sein militärisches und damit auch politisches Gewicht hat es durch die auch in der Gegenwart noch größte und am besten ausgebildete, stehende gepanzerte Kavallerie der Nordstädte, was es zu einem attraktiven Bündnispartner der Städte macht, die sich von Hannais Expansionsplänen bedroht sehen. Letrans regierender Rat ist allerdings sehr zurückhaltend, diese Bündnisangebote anzunehmen, da er die Aufgabe seiner Kavallerie eher als eine Art Polizeitruppe und nicht als Kriegsheer anzusehen scheint.
Tetraos
Tetraos (𐽂𐼳𐽂𐽎𐽀𐼰𐼰𐽊𐽁, Ziegenquelle) liegt oberhalb des Amaar im 'Westlichen Gebirgszug', einem der zwei nach Süden reichenden Ausläufer der Wolkenberge, der die Letranische Ebene vom Westmeer trennt.
Im Zentrum der Gründungslegende von Tetraos liegt die sogenannte Ziegenquelle, die der Ziegenhirte Upar im Jahre 1532 des Bundes entdeckte, als er ein Tier aus seiner Herde suchte und hinter einem Felsspalt einen hochgelegenen Bergkessel entdeckte, in dem er nicht nur die verlorene Ziege, sondern auch eine ganze Reihe anderer Ziegen nahe einer dort aus dem Fels tretenden Quelle fand. Da man sich in der erhöhten Position besser gegen Angreifer schützen konnte, zog Upars ganzes Dorf dorthin um.
Zweihundert Jahre später war Tetraos durch Silberfunde in den Bergen und die fruchtbaren Ebenen des Amaar-Deltas reich geworden und eine gut befestigte und leicht zu verteidigende Stadt unter der Herrschaft eines Königs aus der einheimischen Adelsfamilie Faretim, dessen Haus bis in die Gegenwart regiert, zusammen mit einem beisitzenden Rat, der sich aus Vertretern der Adelsfamilien und Priestern der Tempel in Tetraos zusammensetzt.
Dem Ziegenhirten ist ein Tempel in Tetraos geweiht, in dem auch die Ama als Herrin der Quellen angebetet wird. Es ist üblich, daß Adlige Tetraosi in den zur Stadt gehörenden Dörfern im Flußdelta auch Badehäuser oder die Ausstattung eines Quellheiligtums stiften.
Nemis
Nemis (𐼻𐼳𐼺𐽎𐼷𐼼, Enkel / Enkelsohn) ist eine Nachbarstadt von Hannai und liegt etwas weiter westlich als dieses weiter am Oberlauf des Sheyshen. Diese Stadt wurde im Jahr 1747 des Bundes von Washan Dusatim an der Stelle eines Seidenweberdorfes gegründet, dessen Name nicht überliefert ist.
Washan Dusatim war ein hannaischer Prinz, der sich als vierter Sohn des jüngsten Bruders des damaligen Thronfolgers, also als einer von vielen Enkeln des regierenden Königs, keinen Anspruch auf den Thron in Hannai ausrechnete und in den Seidenhandel einsteigen wollte. Die Stadtgründung selbst bestand darin, daß um den Ortskern und den Platz, den Washan Dusatim für seinen Palast ausersehen hatte, eine Mauer gezogen wurde. Der Palastbau wurde zwar noch zu seinen Lebzeiten begonnen, aber erst unter der Herrschaft seines Sohns Farhan fertiggestellt, der dann selbst im Jahre 1797 des Bundes tatsächlich König von Hannai wurde und den Palast in Nemis seinem eigenen Sohn überließ. Die Stadtgründung Washan Dusatims verlor durch ein königliches Dekret Farhans ihre Selbständigkeit und galt seit dem als die 'Prinzenstadt' Hannais, auch wenn der Titel 'Prinz von Nemis' um das Jahr 2000 des Bundes keine Verwandschaftsbeziehung des Titelträgers zum König von Hannai mehr anzeigte, sondern der offizielle Titel des von Hannai abhängigen Verwalters des Palastes und der Stadt war.
Die Seide aus Nemis, die der Stadt wie schon vorher dem Dorf, komfortablen Wohlstand brachte, wird dadurch seit dem zurecht als hannaiische Seide bezeichnet. Um die ganze Stadt stehen ausgedehnte Maulbeerhaine, deren Blätter für die Seidenzucht verwendet werden, aber auch die Früchte werden zu allerlei Spezialitäten verarbeitet und erfreuen sich bei den Tarib großer Beliebtheit.
Berresh
Die Stadt Berresh (𐼱𐼳𐽀𐽎𐽀𐽁𐼶, wohl eine Verballhornung von 'bar Barbesh' 'über den Barbesh') ist die jüngste der hier vorgestellten Nordstädte, von Hermil Tashrany im Jahre 2555 nach dem Bundesschluß an der Mündung des aus dem Grauen Gebirge kommenden Barbesh gegründet. Direkt auf den Klippen am Kreismeer gelegen unterhält die Stadt von Anbeginn an einen vor allem von Awrani und Sa'atik stark frequentierten Hafen. Die Befestigung dieses in der Mündungsbucht des Barbesh gelegenen Hafens, eine eiserne Kette, die das gesamte Hafenbecken vom Kreismeer abgrenzt, gilt als eines der Wunder der Oikumene.
Die Stadt, die zwischen den Territorien der Awrani und der Tarib liegend, vor allem der Verwaltung des Herrschaftgebietes Hermil Tashranys diente, wuchs so schnell, daß vor der Fertigstellung der ersten, innersten Stadtmauer um die höhergelegenen Teile nahe des Hafens - die spätere Oberstadt - bereits die lange vor der Stadtgründung auf der höchsten Erhebung nahe der Barbeshmündung existierende Tempelanlage zu Ehren des Ungenannten, einer lokalen Gottheit, deren Verehrung von Awranischen Vorstellungen beeinflußt ist, integriert wurde. So wurde dieser Tempel und die davor platzierte riesige steinerne Opferschale, in der Tag und Nacht ganze Baumstämme zu Ehren des Gottes verbrannt werden, das Wahrzeichen der Stadt.
Noch zu Lebzeiten Hermil Tashranys wurden die der Stadtmauer vorgelagerten, sich schnell vergrößernden dorfähnlichen Strukturen und der ganze Hafenkomplex mit einer zweiten Mauer, der sogenannten Neue Mauer, dem eigentlichen Stadtgebiet hinzugefügt. Die erste Stadtmauer wurde damit zur Alten Mauer. Durch das weitere Wachstum, insbesondere verschiedener vor allem im Norden entlang des Barbesh und im Osten entlang der Taribischen Straße in Richtung Hannai vorgelagerter Vorstädte, die in der Gegenwart teilweise ebenfalls eine Einfriedung erhalten haben, bietet Berresh von Ferne das Bild eines dreifach ummauerten Berges.
Regiert wird die Stadt von einem Rat, der sich aus vom Adel gewählten Abgeordneten der fünf Stadtteile und dem offiziell nur beratend tätigen Hohepriester des Tempel des Ungenannten zusammensetzt. Berresh ist vor allem eine Handelsstadt, die daher diplomatische Beziehungen zu allen Städten und Völkern unterhält, deren Freundschaft den Handel günstig beeinflußt. Viele der in Berresh lebenden Händler sind im Fernhandel mit Awrani und Sa'atik tätig und versorgen mit den Waren dieser Völker das Gebiet der Tarib.
Die Lage der Stadt, zwischen den Tarib und den Awrani, hat schon von Anbeginn eine west-östliche Mischkultur entstehen lassen, die der zumeist auf taribische Familien zurückgehende Adel von Berresh kultiviert.
Harna und Menrish
Das Oremheiligtum Harna ist zwar groß wie eine Stadt und steht diesen auch in seiner Bevölkerungszahl nicht nach, aber es wohnen dort nur Priester und Novizen. Es gibt keine Ansiedlungen direkt neben der Tempelanlage, aus Ehrfurcht vor der Orem-Priesterschaft und ihren Wahrsagern, die, auch wegen einiger dokumentierter Vergöttlichungen von Priestern, als besonders mit ihrem Gott und seinen Boten verbunden gelten und denen ein hoher Anteil am unirdischen Blut unterstellt wird.
In der nur zwei Wegstunden vom Heiligtum entfernten Oase Menrish (𐼺𐼳𐼻𐽎𐽀𐽆𐼼𐽇, benannt vermutlich nach einer Person oder Familie, die sich dort zuerst niederließ) entstand jedoch eine, parallel zur Entwicklung der Bedeutung Harnas für die Tarib, stetig wachsene Siedlung, die mit mehreren Karawansereien und verschiedensten, städtisch anmutenden Unterhaltungen den ratsuchenden Pilgern die Wartezeit bis zum Spruch der Priester angenehm macht.
Dörfer und bewohnte Oasen
In den Dörfern entlang der Karawanenstraßen nach Süden, insbesondere in den dortigen Karawansereien, in denen die nomadische und die städtische taribische Kultur aufeinandertreffen, hat sich eine ganz eigene Mischkultur gebildet, die für die Oshey schon so städtisch ist, wie es nur sein kann, während die Städter auf Reisen meinen, hier erleben zu können, wie die Ahnen einst gelebt haben. Kleine Badehäuser in allen Karawansereien zum Beispiel - mit einer Waschgelegenheit und einem Warmwasserbecken, das oft nur eine große Holzwanne ist - bestätigen beide Seiten in ihrer Annahme.
Das Leben in den großen Städten und den eher dörflichen Niederlassungen unterscheidet sich dramatisch voneinander. Die in den 'Schriften' vermittelte Verpflichtung zur Sorge um die Familie im Stamm, die praktisch jeden Angehörigen des Stammes umfaßt - konsequenterweise ist bei den Oshey der Stammesname der 'Nachname' aller zum Stamm gehörender Personen -, wird wegen des dort zumeist kargen Lebens ebenso in den Dorfgemeinschaften gepflegt, zumindest soweit die Mittel reichen.
Brunnen, unbewohnte Oasen und Banditen
Ebenso, wie viele Dörfer entlang der Taribischen Straße ihre Existenz dem verstärkten Handel und Verkehr, aber auch den befestigten Wacht- und Nachrichtenposten verdanken und umgekehrt wieder Wandel und Handel beförderten, wurden entlang der Karawanenstraßen in den Süden aus den selben Gründen Brunnen anlegt. Um diese fand jedoch nicht in jedem Fall eine Besiedelung statt, oder wurde aufgrund der Kargheit des Standortes nach ein paar Jahren wieder aufgegeben.
Auch ohne regelmäßige Patrouillen und trotz der großen Zahl von Angriffen durch Räuber auf die - deswegen bewaffneten - Karawanen, sind die Brunnen der unbewohnten Oasen gewöhnlich intakt, auch wenn eine große Zahl in der heißen Jahreszeit trockenfällt.
Bei den Räubern handelt es sich zu einem guten Teil um Ausgestoßene der Osheystämme, aber es gibt unter ihnen auch Städter, die keine andere Möglichkeit des Lebensunterhaltes haben. Diese beiden Gruppen müssen in den Banden zwangsweise miteinander auskommen, da sie in der Steppe und der unwirtlichen Wüste nur in einer Gemeinschaft überleben können. Häufig suchen und finden die Banditen Unterschlupf in oder in der Nähe von verlassenen Oasen.
Bestimmt durch die Herkunft vieler Banditen sind auch diese Banden ähnlich wie ein Stamm organisiert, an der Spitze der Anführer der Räuber, der alle Rechte eines Fürsten für sich beansprucht und unter ihm die Unterführer, die wie die Ältesten der Familien seinen Rat bilden.
Stämme der Oshey
Von den ehemals dreißig Stämmen der Tarib, die vor über 3.000 Jahren den Bund mit dem Gott schlossen, existieren in der Gegenwart noch sechs, die weiterhin - oder wieder - als Nomaden leben. Sie nennen sich selbst 'Oshey' (𐼰𐽊𐼰𐼼𐽇𐼳𐽔𐽎, 'dem althergebrachten (rechten / wahren) Weg folgend') und pflegen die aus den Erzählungen der Vorzeit bekannten Traditionen.
Nachdem Hermil Tashranys Sohn Nefut im Jahre 2676 des Bundes die Regierungsgeschäfte in Hannai übernommen hatte, das große Herrschaftsgebiet seines Vaters aber ignorierte und die in Berresh alles organisierende Bürokratie mangels politischem, militärischem und finanziellem Rückhalt innerhalb von Jahren zerfiel, sahen einige Adlige in den taribischen Städten, sowie Stammesfürsten und enge Familienangehörige von Stammesfürsten - und angesichts ihrer politischen Entscheidungen auch die Priesterschaft in Harna - diesen Niedergang als Zeichen des Unwillens der Götter mit dem Lebenswandel des Nachfolgers des Reichsgründers, der von den Göttern kurz davor als frommer Mann vergöttlicht worden war.
Da diese Unzufriedenen und Mahner Unheil in der Form des Zorns der Götter befürchteten, wenn sie wider besseres Wissen keine Gegenmaßnahmen einleiteten, vor Gewalt gegen ihre Freunde und Verwandten jedoch zurückschreckten, entschieden sie sich, nachdem ihre Argumente von der Mehrzahl der Tarib ignoriert worden waren, die fast vergessene Stammeskultur der Tarib, in der die Schriften und damit die Gottgefälligkeit traditionell hochgehalten wurde, wieder aufleben zu lassen. Dazu wurden die unter den Unzufriedenen vertretenen taribischen Stämme als Stämme der Oshey gewissermaßen wiedergeboren und alle unzufriedenen städtischen Tarib schloßen sich je nach ihren persönlichen Vorlieben oder familiären Verbundenheiten, einem der Osheystämme an, und diese Osheystämme kehrten zurück in das Gebiet, das als die traditionelle Heimat der Stämme galt, die Hochebene westlich der Steppe.
Da Nefut Tashrany auf diese Weise einige wichtige Berater und hannaische Amtsträger verlor, stellte er ein Heer auf, um die von ihm als Rebellen bezeichneten Unzufriedenen, die er auch als Konkurrenz zu seiner Herrschaft über Hannai sah, auszumerzen. Es heißt, nur die neuen, langen und leicht gebogenen Schwerter der Oshey verhinderten, daß diese bei der einzigen Begegnung der hannaiischen Truppen mit den Osheystämmen im Jahre 2677 des Bundes in der später so genannten Schädeloase aufgerieben wurden. Andere Berichte behaupten dagegen, daß es die Entfernung der hannaiischen Truppen von ihrer Basis und die Ineffizienz der Ersatzbefehlshaber dieser Truppen war, die den Sieg der Oshey ermöglichte, die die vormaligen Befehlshaber in ihren Reihen hatten.
Die Schriften mit ihrer religiös geprägten Moral bestimmen den wesentlichen Teil des wahren Weges der Oshey, über den sie sich definieren und deshalb alle anderen Tarib als 'Aiashey' (𐼰𐽀𐼰𐼼𐽇𐼳𐽔𐽎, 'dem Weg der Siedlung folgend', also 'Städter') bezeichnen und das Wort in der Regel abwertend benutzen.
Der althergebrachte Weg verlangt nicht nur die nomadische Lebensweise, die zum Teil von jahrhundertealten Herden- und Stammeskalendern bestimmt wird, die das Aufsuchen spezifischer Orte auf zugewiesenen Wegen und zu festgesetzten Zeiten des Jahres vorgeben, sondern auch die eingehende und wiederholte Lektüre der Schriften, um die darin vermittelten Werte durch die stete Wiederholung zu verinnerlichen.
Zum Lebensunterhalt betreiben die Mitglieder der Oshey-Stämme Viehzucht und oft ein für ihren Stamm seit Jahrhunderten typisches Handwerk. Sie pflegen die historische Stammeskultur der Tarib ein bißchen wie in einem Freilichtmuseum - auch wenn es ihnen damit bitter ernst ist. Durch die historisierende Art und Weise, in der die Oshey die Lebensart ihrer Vorfahren wiederbelebt haben, sind die Osheystämme sehr viel homogener, als es die Stämme ihrer Ahnen waren. Und auch, wenn sie es weit von sich weisen würden, haben auch die Oshey einige städtische Verhaltensweisen beibehalten oder angenommen.
Für einen Teil der Bildungselite in Hannai und Taribai, in Tetraos und Letran stellen die Oshey tatsächlich das zumindest emotional gehegte und gepflegte Ideal dar, da diese Stammeskultur soetwas wie die 'gute alte Zeit' der Tarib widerspiegelt, als die Welt in dieser nordwestlichen Ecke der Oikumene noch in Ordnung war. Den meisten in Siedlungen lebenden Tarib gelten die Oshey jedoch gewöhnlich entweder als zurückgebliebene Kamelhirten oder als rücksichtslose Banditen, die die Sicherheit der Bewohner der Nordstädte gefährden. Denn in genau diesen Rollen treffen die nomadisch lebenden und die städtische lebenden Tarib gewöhnlich aufeinander: die Kamelführer der Karawanen durch die Wüste südlich der Nordstädte sind oft die stets in schwarze Mäntel und Kopftücher gekleideten Oshey - und die Banditen der Wüste, die ihren Lebensunterhalt nur durch Überfälle auf diese Karawanen bestreiten können, da die Siedlungen zu gut verteidigt werden, kleiden sich für gewöhnlich nicht anders.
Die in den letzten Jahrhunderten deutlich fortschreitende Versteppung des im Norden und im Westen an die Wüste angrenzenden Gebietes, bis in das von den Oshey bewohnte westliche Hochland hinein - zahlreiche verlassene Oasen entlang der Hauptrouten der Karawanen zwischen den Nordstädten und Ma'ouwat, von denen kaum mehr als ein fast trockengefallene Brunnen geblieben ist, zeugen davon - sorgt dazu zwischen den in ihrem Lebensraum immer weiter eingeschränkten Stämmen der Oshey für zunehmendes Konfliktpotential. Für unvorsichtige Reisende besteht also auch eine gute Chance, zwischen die Fronten dieser Kleinkriege zu geraten.
Das Verhältnis der Oshey zu den Nordstädten ist bestenfalls zwiespältig. Einig sind sich die Fürsten dieser sechs Stämme darin, daß der Herrschaftsanspruch Hannais (dessen König für sich die Rechtsnachfolge der Herrscher des Taribischen Reiches beansprucht) auf das Gebiet zwischen dem Sheyshen und Ma'ouwat ungerechtfertigt ist. Andererseits profitieren die Stämme davon, daß Hannai auch in andere Richtungen zu expandieren versucht und daher regelmäßig Söldner für seine Kriege beschäftigt. Junge Männer der Stämme ziehen daher nicht selten zeitweilig nach Norden, um sich einer der aus Oshey rekrutierten Söldnereinheiten der Hannaiim anzuschließen.
Stammeszeichen der Oshey
Die Stammeszeichen der sechs Osheystämme und die jeweils älteste schriftliche Fassung des Stammesnamen aus der Zeit vor dem Taribischen Reich stelle ich im Folgenden vor:
Die Darashy (𐽂𐽋𐼰𐽀𐼰𐼼𐽇𐽔) sind der Schlangen-Stamm. Der Körper der Schlange wird auf den Nasenrücken gemalt, der Kopf knapp über die Nasenwurzel.
Das Totem-Tier der Darashy ist Ulamar, eine feuerspeiende Schlange, die auch gelegentlich von den Metallarbeitern anderer Stämme angerufen wird.
Die Schmiede - und die Schmieden - der Darashy sind sprichwörtlich. Natürlich soll es auch ein Schmied dieses Stammes gewesen sein, der die langen Schwerter erfand, mit denen die Oshey nach dem Niedergang des Taribischen Reiches ihre Leben gegen den Angriff Hannais verteidigten.
Die Mehaly (𐼺𐼳𐼶𐽎𐼰𐼹𐽔) sind, je nach Übersetzung der ältesten Quellen, der Wildkatzen- oder der Panther-Stamm. Die drei Striche, die einen Prankenhieb darstellen, werden etwa fingerlang von der Nasenwurzel bis auf die Stirn gemalt.
Die Sertany (𐼿𐼳𐽀𐽎𐽂𐼰𐼻𐽔) sind der Skorpion-Stamm. Der Schwanz mit dem giftigen Stachel dieses Tieres wird, je nach der Tradition der eigenen Familie, nach rechts oder nach links gekrümmt über die Nasenwurzel gemalt.
Die Tashrany (𐽂𐼰𐼼𐽇𐽀𐼰𐼻𐽔) sind der Falken-Stamm, die Gelehrten streiten, ob vor dem Bund nicht eher die Schleiereule das Totemtier des Stammes war. Die Augen des Stammeszeichens werden über die Augenbrauen und die Schnabelspitze bis auf den Nasenrücken reichend gemalt.
Die Handwerkskünste der Tashrany in der Holzbearbeitung und der Lackverarbeitung wurden schon zur Zeit des Taribischen Reiches gerühmt und sind bis in die Gegenwart unübertroffen.
Die Temhaly (𐽂𐼳𐼺𐽎𐼶𐼰𐼹𐽔) sind der Steinbock-Stamm. Das stilisierte Horn wird, gemäß der Tradition der eigenen Familie, mit mehr oder weniger Windungen mitten auf die Stirn gemalt.
Die Temhaly gelten als die besten Teppichknüpfer der Tarib.
Die Yoshany (𐼷𐼰𐽊𐼼𐽇𐼰𐼻𐽔) sind der Pferde-Stamm, sie malen sich das stilisierte Pferd über die Nasenwurzel.
Die Yoshany sind berühmt für ihre Pferdezucht und den kenntnisreichen Umgang mit den Tieren.

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zuletzt bearbeitet am 27.05.2024.